„Unverhofft kommt oft!“ war selten so passend wie im Fall von Orbitals, dem neuen Stern am Coop-Himmel und meine absolute gamescom-Überraschung 2026. Also da muss ja schon richtig was dahinter stecken, wenn Nintendo ein nicht-hauseigenes Spiel in ihr exklusives Line-Up aufnimmt und auf der Messe präsentiert – ungefähr das dachten wir uns jedenfalls, als wir uns schweren Herzens aus einer ausgiebigen Nintendo Switch Sports Resort-Daumenwrestling-Session losrissen, um uns im Anschluss direkt in die Demo von Orbitals zu stürzen.
Der ausschließlich für die Nintendo Switch 2 erschienene Sci-Fi Titel schaffte es auf Anhieb unsere Herzen im Sturm zu erobern, so schön wie er optisch daher kam, in seinem 80er Jahre Retro-Anime Gewand. Der besondere Look der Charaktere, welcher sofort an Anime Klassiker wie Ranma ½ oder Sailor Moon erinnert, aber auch inspiriert ist von Serien-Giganten wie Dragonball und Cowboy Bebop, lässt die Nostalgie-Herzen höher schlagen und zieht sich durch das gesamte Spiel. Generell aber kann man sagen, dass sich Orbitals auch neben Spielen wie Split Fiction oder It Takes Two in keinster Weise verstecken muss. Neben der bereits beschriebenen besonderen Optik gibt es auch noch zahlreiche andere Alleinstellungsmerkmale, die dafür sorgen, dass Orbitals beeindruckt und im Kopf bleibt.

Doch worum geht es eigentlich? In Orbitals übernehmen zwei Spieler*innen die Rollen der Entdecker*innen Maki und Omura. Ihre Heimatraumstation ist von einem kosmischen Sturm eingeschlossen und um Hilfe zu finden, müssen sich die beiden gemeinsam jenseits der Sturmwand ins Unbekannte wagen. Ihre Reise führt sie durch gefährliche Asteroidenfelder und zu mysteriösen verlassenen Raumstationen, in denen zahlreiche Rätsel und Gefahren auf sie warten. Orbitals schafft es in diesem Setting seine besonderen Coop-Mechaniken perfekt in Szene zu setzen und in den Mittelpunkt des Spielerlebnisses zu stellen.
Hier geht es nicht einfach nur darum, gemeinsam durch ein Level zu laufen und dabei zwei Figuren gleichzeitig über Hindernisse zu bugsieren. Stattdessen ist das Spiel komplett darauf ausgelegt, dass man sich aufeinander verlassen, miteinander kommunizieren und im richtigen Moment perfekt ergänzen muss. Keine Aufgabe kann ohne die Hilfe der mitspielenden Person gelöst werden und es wird direkt klar: wer hier versucht, einfach sein eigenes Ding durchzuziehen, wird nicht besonders weit kommen. Dabei spielen sich die beiden Charaktere in erster Linie erst mal komplett gleich, allerdings können unterschiedliche Werkzeuge aufgenommen oder Spielpositionen eingenommen werden. Während ein Charakter z.B. das Raumschiff steuert, befindet sich die andere Person hinter der Raumschiffkanone und schießt dem dynamischen Duo den Weg frei.

Jede*r Spieler*in kann dabei jedes Werkzeug und jede Position einnehmen. Die Rollen sind nicht fest an einen Charakter gebunden und können immer wieder neu besetzt werden. Manchmal ist perfektes Timing in kleinen Platforming-Passagen gefragt, manchmal muss man sich gegenseitig beim Vorankommen unterstützen und an anderer Stelle sorgt eine unerwartete Wendung dafür, dass man seine Strategie doch noch mal spontan überdenken und einen neuen Ansatz suchen muss. Orbitals schafft es, immer wieder Situationen zu erzeugen, in denen man sich nach einem gelungenen Manöver unweigerlich gegenseitig abklatschen möchte – bzw. es ehrlich gesagt auch tut, denn die Rätsel sind zwar weit weg von unschaffbar, aber erfordern doch hier und da einiges an Hirn-Schmalz und Geschick.
So entsteht ein ganz besondere Coop-Charme, der Orbitals abgerundet durch die atmosphärischen Cutscenes und die frechen Dialoge zu einem ganz besonderen Abenteuer macht. Das Spiel reiht dabei seine Ideen jedoch nicht einfach nur aneinander. Vielmehr steckt hinter den verschiedenen Herausforderungen ein bewusstes, aufeinander aufbauendes Leveldesign. Neue Mechaniken werden eingeführt, miteinander kombiniert und anschließend wieder auf eine Art und Weise variiert, die dafür sorgt, dass es einem nicht langweilig wird. Schon die kurze Zeit mit Orbitals auf der gamescom hat gereicht, um einen ziemlich bleibenden Eindruck bei mir zu hinterlassen. Was zunächst wie ein weiterer hübscher Coop-Titel a la It Takes Two wirkte, entpuppte sich überraschend schnell als eines der Spiele, bei denen ich nach dem Ende der Demo am liebsten direkt weitergespielt hätte.

Für mich ist genau das auch eine der größten Stärken von Orbitals: es versucht nicht zwingend, das Coop-Rad komplett neu zu erfinden. Stattdessen nimmt es bekannte Mechaniken, verpasst ihnen seinen ganz eigenen Stil und kombiniert sie mit einem Look, der sich erfrischend von allem bisher abhebt und Lust auf mehr macht. Das Ergebnis ist ein Spiel, das bereits in seiner Demo viel Persönlichkeit zeigte und auch in seiner Vollversion das Qualitätslevel halten kann. Die Gesamtspielzeit lässt sich meiner Meinung nach schwer einschätzen. Je nachdem wie smooth ihr euch durch die Abschnitte zockt, wie viel Zeit ihr mit der Weltraumerkundung, den zahlreichen Minispielen oder mit dem Streicheln der Raumschiff-Katze (Spoiler: VIEL!) zubringt, ist alles von ca. 6-10 Stunden möglich. Besonders toll auch: Orbitals lässt sich nicht nur lokal, sondern auch im Online-Coop mit dem Global Friends Pass spielen. Das bedeutet, nur eine*n Spieler*in muss eine Kopie des Spiels besitzen und kann die andere mitspielende Person zu sich ins Spiel einladen. Dem überregionalen Weltraumspaß sind also auch keine Grenzen gesetzt!
// Orbitals ist einfach ein perfekter Couch-Coop-Titel für den anstehenden Herbst. Mit toller Optik, Charme und Herz zieht einen das Spiel ab der ersten Minute in seinen Bann und lässt einen schnell die Zeit vergessen. //
Orbitals ist einfach ein perfekter (Couch-)Coop-Titel für den anstehenden Herbst. Mit toller Optik, Charme und Herz zieht einen das Spiel ab der ersten Minute in seinen Bann und lässt einen schnell die Zeit vergessen. Das Gameplay ist sowohl für erfahrene, als auch weniger geskillte Spieler*innen gleichermaßen unterhaltsam und somit ein Spaß für alle, egal welcher Skill-Level. Also schnappt euch eine*n Freund*in, igelt euch am nächsten „Schietwetter“-Wochenende zusammen ein und startet rein in dieses ultra-coole Weltraumabenteuer. PS: Ich möchte an dieser Stelle noch einmal das perfekte Merch für dieses Spiel pitchen. Hear me out: SPACE-CAT-PLUSHIE!!!! Danke.


Bock auf mehr?
Wo dieser Beitrag herkommt, gibt es noch einige mehr. Eine kleine Auswahl findest du hier:




