Titelbild zur Nintendo Switch 2 Welcome Tour

Nintendo Switch 2 Welcome Tour

Als die Nintendo Switch 2 angekündigt wurde und auch dann später zum Launch, haben sich die meisten sofort auf Mario Kart World gestürzt und mit dem Launch Bundle inkl. Spiel ist das auch mehr als verständlich. Neben einigen Third Party Titeln und Switch 2 Editionen hat Nintendo aber auch die Nintendo Switch 2 Welcome Tour angekündigt, die direkt zum Launch der Konsole verfügbar war. Wie schon auf der PlayStation 5 Astro’s Playroom sollte diese als ausgedehnte Tech Demo dienen, die spielerisch an die verschiedenen neuen Funktionen und Erweiterungen der Konsole heranführt. Anders als das Sony-Pendant ist die Nintendo Switch 2 Welcome Tour allerdings nicht einfach vorinstalliert auf jeder Konsole dabei, sondern muss separat im eShop gekauft werden. Das ganze kostet zwar nur 10€ und nachdem ich einige Zeit damit verbracht habe, finde ich den Preis nicht einmal ungerechtfertigt, ich glaube aber trotzdem, dass sich Nintendo einen Gefallen getan hätte, diese Experience mit jeder Konsole direkt auszuliefern. Warum das so ist, das finden wir jetzt direkt gemeinsam heraus.

Die Nintendo Switch 2 Welcome Tour findet auf einer (für eure Spielfigur) riesigen Switch 2 statt, die wie ein interaktives Museum aufgebaut ist. Zu Beginn des Spiels wählt ihr eure Figur aus und könnt dabei aus random generierten bzw. vorgefertigten Personen in der Warteschlange dieser Experience auswählen. Nachdem ihr euch entschieden habt, werdet ihr vom Nintendo-Personal durch den Eingang gelassen und befindet euch auf dem linken Joy-Con. Hier befinden sich neben dem Info-Terminal dann auch direkt die ersten für euch interessanten Points of Interest und könnt dort direkt an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen: Ihr könnt an wichtigen Punkten der Hardware, wie etwa dem A-Knopf, dem neuen Maus-Sensor der Joy-Cons oder dem Stick Stempel sammeln, an Quizzes teilnehmen, die euch die aktualisierte Hardware näher bringen, könnt Minispiele spielen, Demo-Pavillons besuchen und mit verschiedenen NPCs interagieren, die ebenfalls die „Ausstellung“ besuchen. Habt ihr in einem Gebiet alle Stempel gesammelt, wird das nächste freigeschaltet: nach dem linken Joy-Con kommt dann etwa die Konsole selbst, danach der rechte Joy-Con und so erkundet ihr nach und nach die ganze Konsole und ihr Zubehör.

Für jedes Quiz müsst ihr dazu an einen Info-Schalter gehen und im Anschluss an ein kurzes Gespräch einige Info-Tafeln zum jeweiligen Thema durchlesen. Dort erfahrt ihr teilweise sehr detaillierte technische Details zur Hardware und wie diese aufgebaut ist, ausgeschmückt mit Bildern oder Animationen. Als jemanden, den solche Themen sehr interessieren, hatte ich wirklich Spaß dabei verschiedene Details über die Magnete, HD Rumble 2 oder auf die Konnektoren zwischen der Konsole und den Joy-Cons zu lernen, ich kann mir aber auch vorstellen, dass dieser Aspekt nicht jeden Geschmack trifft und vor allem für jüngeres Publikum ein bisschen zu umfangreich oder textlastig sein könnte. Die Quizfragen im Anschluss fassen dann das zusammen, was ihr auf den Tafeln gelesen habt und haben mir teilweise mit den vorgefertigten Antworten ein lautes Lachen entlocken können. Habt ihr alle Fragen richtig beantwortet, ist das Quiz abgeschlossen, wenn ihr eine oder mehrere falsch habt, wird die dazu passende Info-Tafel für euch markiert, damit ihr euch die Infos noch einmal durchlesen könnt.

An verschiedenen Stationen hält die Nintendo Switch 2 Welcome Tour außerdem dedizierte Tech Demos für euch bereit. Hier werden euch anhand konkreter Beispiele die Funktionen der Konsole gezeigt und ihr könnt nach Lust und Laune damit experimentieren. So zeigt euch die Experience etwa mit 2 Maracas am Bildschirm und den beiden Joy-Cons das verbesserte HD Rumble 2-Feature, indem ihr diese schüttelt und die Rumble-Funktion entweder kleine Kügelchen im Maraca simuliert und wie sich diese darin bewegen. Per Knopfdruck könnt ihr die kleinen Kügelchen zu einer größeren einzelnen Kugel machen und spürt hier direkt wie sich das haptische Feedback in eurer Hand verändert. Eine andere Demo lässt euch durch das erste Super Mario Bros. laufen, das nach rechts immer mehr Pixel bekommt und euch so spielerisch zeigt, wie sehr sich die Auflösung seit dem NES hin zu 4K verändert hat, am rechten Joy-Con werden durch HD Rumble 2 Münz- und 1 Up-Sounds auf dem Joy-Con abgespielt und auch hier hatte ich wieder sehr viel Spaß mir die einzelnen Aspekte der Konsole anhand kleiner Beispiele erklären zu lassen.

Der interaktivste Teil sind aber die Minispiele, in denen ihr euch, wenn ihr gerne mal auf Highscore-Jagd geht, in manchen so richtig austoben könnt. Auch hier hat sich das Studio Nintendo Cube wieder jeweils eine Funktion der Konsole genommen und darauf aufbauend ein kleines Spiel entworfen und es dabei geschafft meinen Ehrgeiz teilweise so richtig zu entfachen. Ich glaube ich habe sicher mehr als eine halbe Stunde versucht per Maussteuerung und Rumble den Punkt auf einem Feld zu finden, der am stärksten vibriert und auch andere Spiele haben mich länger gefesselt, als ich es im ersten Moment erwartet hätte. Hier habe ich außerdem auch festgestellt, dass die Nintendo Switch 2 Welcome Tour nicht zwingend nur alleine erlebt werden kann. Bei den Minispielen habe ich z.B. immer wieder mal den Joy-Con an meine Partnerin Leonie abgegeben und sich abwechselnd darüber zu ärgern, dass man immer noch zu weit von der stärksten Vibration entfernt ist, um die zweite Goldmedaille zu erhalten, war dann auch gleich sehr viel unterhaltsamer. Geteiltes Leid und so. Von den Minispielen gibt es dabei dann eine Einstiegsvariante, die noch relativ einfach ist, je mehr Medaillen ihr sammelt, desto härtere Versionen davon könnt ihr später freischalten.

Die Nintendo Switch 2 Welcome Tour stellt euch aber nicht nur vor, was die Konsole selbst kann, sondern auch, was sich auf Seiten des Zubehör getan hat. Als jemand der kein Maß kennt und sich direkt zum Launch auch den neuen Pro Controller geholt hat und der natürlich auch zum NSO GameCube Controller, den neuen Zelda Amiibos und dem offizielle Case zur Konsole nicht nein sagen konnte, hat mich das jetzt nicht wirklich betroffen, ich verstehe aber komplett den Unmut einiger Spieler*innen, dass manche Teile der Welcome Tour nicht gespielt werden können, wenn man die dazugehörige Peripherie nicht besitzt. Vor allem in Kombination mit dem Fakt, dass man sowieso schon 10€ ausgeben muss, um die Welcome Tour spielen zu können, ist es vielleicht nicht der smarteste Move, Teile davon auch noch hinter Zubehör zu verstecken, das wie im Falle des Pro Controllers zusätzliche 90€ kostet, während man seinen alten Pro Controller auch weiterhin auf der Konsole nutzen kann. Der neue Pro Controller ist übrigens fantastisch, jeden Cent wert in meinen Augen und ich habe noch nie so smoothe Sticks an einem Controller erlebt, darüber reden wir dann aber Ende Juli in unserer Podcast-Folge zur Switch 2 noch einmal genauer.

Ganz Nintendo-typisch ist die Switch 2 Welcome Tour in allen Belangen mit sehr viel Liebe zum Detail und kleinen Easter Eggs gestaltet. Mal wirft euch das Spiel Renderings von alter Hardware wie dem Nintendo 64 Rumble Pack entgegen und vergleicht es mit dem aktuellen HD Rumble, erklärt euch, dass Mäuse nun keine Kugeln mehr brauchen, um Bewegung zu tracken und verpackt das alles in eine wahnsinnig süß gemachte Erfahrung, die ich sowohl optisch, als auch technisch sehr genossen habe. Das interaktive Museum ist als Setting perfekt gewählt, die Konsole und das Zubehör zu erkunden macht auch durch die Genauigkeit, mit der Nintendo diese ins Spiel übertragen hat, richtig Spaß und man merkt am Artstyle einfach, dass es sich hier um ein Nintendo-Produkt handelt. An jeder Ecke und auf jedem Chip, den man erkundet. Natürlich ist das hier jetzt kein umfangreiches Spiel wie etwa Tears of the Kingdom und reizt auch die Hardware nicht zu jedem Zeitpunkt völlig aus, aber die Experience läuft zu jedem Zeitpunkt völlig flüssig, ist perfekt auf die Konsole und ihre Funktionen abgestimmt und zeigt anhand greifbarer Beispiele was in der Konsole steckt. Viel Spaß dabei in einer der Demos den Unterschied zwischen 60 und 120 Frames per Second zu erkennen, ich kenne Personen, die daran wirklich zu knabbern hatten.

„Für Technik-Nerds und Nintendo-Ultras dürfte die Nintendo Switch 2 Welcome Tour genau das Richtige sein und ich bin sicher, dass auch skeptischere Personen mit einer Portion Neugier viel Spaß damit haben können.“

Hätte die Nintendo Switch 2 Welcome Tour davon profitiert, direkt mit der Konsole im Bundle zu erscheinen? Ganz bestimmt. Ist die Experience die 10€ wert, die Nintendo dafür stattdessen verlangt? In meinen Augen ja, weil ich wirklich viel Zeit damit verbracht habe und dabei auch richtig viel Spaß hatte. Als jemand, den genaue Details zur Hardware nicht nur interessieren, sondern ich gar nicht genug Infos kriegen kann zu der neuen Konsole, die ich mir gerade auf mein Sideboard gestellt habe, bin ich aber auch zu 100% die Zielgruppe. Diese Begeisterung oder zumindest einen Teil davon, sollte man definitiv mitbringen, wenn man Spaß mit diesem Titel haben möchte. Für Technik-Nerds und Nintendo-Ultras dürfte die Nintendo Switch 2 Welcome Tour genau das Richtige sein und ich bin sicher, dass auch skeptischere Personen mit einer Portion Neugier viel Spaß damit haben können. Natürlich unter dem Aspekt, dass man weiß, worauf man sich einlässt. Für jüngeres Publikum ist die Experience vielleicht etwas zu textlastig und detailliert und auch wenn ihr nicht viel mit Infos zur Hardware anfangen könnt, solltet ihr vielleicht doch eher Mario Kart World greifen. Das, was die Welcome Tour erreichen und sein will, macht sie aber richtig gut und ich würde lügen, wenn ich jetzt behaupte, dass ich keine gute Zeit damit hatte. Wenn ihr also noch ein paar alte Goldpunkte übrig habt oder einfach Bock auf mehr Details zu eurer neuen Konsole habt, dann macht ihr hiermit definitiv nichts falsch.

3,5 von 5 Wertung für die Nintendo Switch 2 Welcome Tour
3,5 von 5 Welcome Tour Personal.

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