Das rundenbasierte Adventure Echo Generation vom Indie-Studio Cococucumber hat mich zu Release 2021 vor allem durch die an Stranger Things angelehnten Ideen neugierig gemacht und konnte mich dann auch mit dem Gameplay überzeugen. Mit Ravenlok erschien zwei Jahre später ein neuer Titel des Studios, das sich zwar im gleichen Voxel-Stil präsentierte, im Gameplay aber wenig mit Echo Generation zu tun hatte und eher in Richtung Oldschool-Zelda ging. Das Spiel habe ich quasi in einem Rutsch durchgespielt und hatte eine wahnsinnig gute Zeit damit. Der neueste Titel des kleinen kanadischen Studios geht quasi wieder back to the Roots und erzählt im zweiten Teil eine Geschichte, die eng mit den Ereignissen des ersten Teils verknüpft ist.
Im Spiel verfolgt ihr die Story aus mehreren Perspektiven. Ihr startet in einen von drei Handlungssträngen, die im großen Finale alle ineinander zusammenlaufen und könnt frei entscheiden, in welcher Reihenfolge ihr diese angeht. Die logischste Variante ist mit der Geschichte von Jack zu starten, dem Vater der Kids aus dem ersten Teil. Mit ihm könnt ihr nämlich nach dem Intro der Handlung direkt mehrere Story-Kapitel hintereinander spielen, während ihr in den anderen beiden Handlungssträngen nach einem Kapitel aussetzen und warten müsst, bis die „Haupt“-Handlung weitergeht. Manche Kapitel sind dabei länger als andere und insgesamt seid ihr nach etwa 6 – 7 Stunden mit der Story durch.

Während ihr mit euren Grüppchen durch die einzelnen Kapitel lauft, baut ihr euch für jede Figur eigene Kartendecks zusammen, die ihr in den rundenbasierten Kämpfen nutzen könnt. Insgesamt dürft ihr pro Charakter jeweils ein Deck bestehend aus 12 Karten basteln, die Karten dafür findet ihr in der Spielwelt oder erhaltet sie als Belohnung. Fast alle sind dabei einem von 4 Symbolen zugeordnet, mit denen ihr die Verteidigung der Gegner durchbrechen könnt, wenn ihr die richtigen Karten spielt. Mit manchen Karten fügt ihr einzelnen Gegnern Schaden zu, andere gehen direkt auf mehrere Ziele und mit anderen Karten könnt ihr euch selbst und eure Party entweder mit HP oder anderen Buffs weiterhelfen. Es gibt dabei auch Extra-Schaden, wie Feuer oder Gift, der über mehrere Züge hinweg anhält.
Dass jede Figur ihr eigenes Deck hat, macht das Spiel nicht nur abwechslungsreich, sondern hat für mich auch richtig viel Abwechslung ins Spiel gebracht, je nachdem, mit wem ich gerade unterwegs war. Die Auswahl an Karten hält sich so weit in Grenzen, dass ihr nicht überfordert werden solltet und auch die Kartentypen sind am Ende des Tages alle recht ähnlich, die Charaktere haben sich dadurch aber alle einen Ticken unterschiedlich gespielt und auch die Kämpfe bin ich dadurch jeweils anders angegangen. Man hat hier nicht die klassische Party aus Angreifer*in, Tank & Heiler*in, sondern kann sich seine eigene Taktik zurecht legen, das Spiel ist aber auch nie so schwer, dass die Kämpfe euch extrem fordern sollten. Bis auf den letzten Bosskampf im Spiel musste ich keinen Kampf wiederholen und solange ihr auf eine gute Balance an Karten achtet, solltet auch ihr keine Probleme haben.

Pro Zug erhaltet ihr eine zufällig ausgewählte Hand an Karten aus eurem Deck, mit denen ihr dann zurecht kommen müsst. Wenn ihr also nicht genug Varianz im Deck habt, kann es auch mal passieren, dass ihr einen Zug lang überhaupt keine nützlichen Karten für die aktuelle Situation erhaltet und euren Gegnern keine Schilde abziehen könnt oder auch die dringend benötigte Heilung fehlt. Gleichzeitig wechselt das Spiel pro Zug automatisch durch eure Charaktere, wodurch ihr auch gezwungen seid euch mit allen Charakteren ordentlich zu befassen und auch die Decks von allen entsprechend anzupassen. Die verschiedenen Charaktere in Echo Generations 2 haben zudem alle eigene Kniffe in ihren Attacken, die andere nicht haben und ich hatte bis zum Ende keine richtigen Lieblings-Figuren, weil ich alle richtig spannend fand.
Zu Beginn kann jede Figur in ihrem Zug nur eine Karte spielen und dann ist auch schon der gegnerische Trupp dran. Je mehr XP ihr aber im Laufe des Spiels sammelt, desto weiter könnt ihr aber eure Fähigkeiten ausbauen und dann auch mehrere Karten pro Zug spielen. Dafür verteilt ihr in einem Skill-Tree eure verdienten Fähigkeits-Punkte und während manche Upgrades vorgegeben sind, könnt ihr an bestimmten Stellen auch Entscheidungen treffen, ob ihr z.B. die Abzweigung zu mehr Schaden nehmt oder aber eurem Charakter vielleicht mehr Verteidigung geben wollt. Habt ihr genug Erfahrungspunkte könnt ihr theoretisch auch alle Skills freischalten, ich habe das allerdings in meinem Playthrough bei keiner Figur geschafft. Neben euren Decks & Skill-Trees dürft ihr jeder Party außerdem auch jeweils 3 Abzeichen zuordnen, die euch zusätzlich passive Buffs in den Kämpfen spendieren.

Ich bin eigentlich nicht der allergrößte Fan des Voxel-Stils (abgeleitet von Volumetric Pixel), dem sich auch Echo Generation 2 wieder bedient, aber irgendwie schafft es Cococucumber diesen Stil so umzusetzen, dass ich ihn wirklich schön finde. Vielleicht ist es die Kombination mit Assets, die nicht in dem Stil umgesetzt wurden, vielleicht sind es die wahnsinnig schönen Licht- und Schatten-Effekte des Spiels, vielleicht ist es aber auch einfach der erkennbare Stil des Studios und die Liebe zum Detail in allen Umgebungen. Optisch konnte mich das Spiel jedenfalls wieder sehr überzeugen und auch technisch konnte ich keine Fehler finden – das Spiel lief flüssig, ich hatte keine Abstürze oder ähnliches und auch keine anderen Probleme oder Bugs, während meiner Sessions. Während der Soundtrack wirklich gelungen ist, sucht ihr Synchro im Spiel allerdings vergeblich – die Konversation laufen in Textboxen ab und sind nicht vertont.
// Echo Generation 2 hat ein Deckbuilding-Kampfsystem geschaffen, das smart mit verschiedenen Figuren und Karten-Typen aufgemischt wird und die Story hält einen als Spieler*in motivierend an der Hand, bis man ins große Finale des Spiels steuert. //
Ich persönlich hatte nicht damit gerechnet einen zweiten Teil von Echo Generation zu bekommen und war wirklich positiv überrascht, als ich vor Release eine Einladung zu einer Session mit den Entwickler*innen des Spiels erhalten habe. Der erste Eindruck war damals schon recht positiv und die Demo zum Spiel habe ich dann bewusst ausgelassen, um mir dann das fertige Spiel in Ruhe anzusehen. Echo Generation 2 hat ein Deckbuilding-Kampfsystem geschaffen, das smart mit verschiedenen Figuren und Karten-Typen aufgemischt wird und die Story hält einen als Spieler*in motivierend an der Hand, bis man ins große Finale des Spiels steuert. Für meinen Geschmack hätte das Spiel bzw. die Kämpfe ruhig noch etwas schwerer sein dürfen und eine Synchro der Charaktere hätte das Spiel für mich noch mal auf ein neues Level gehoben, in den sechseinhalb Stunden, die ich mit dem Titel verbracht habe, hatte ich aber definitiv eine gute Zeit und würde auch zu einem Echo Generation 3 definitiv nicht „Nein!“ sagen.


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