Titelbild zu Power Wash Simulator 2 von FuturLab

Power Wash Simulator 2

Keine Sorge, ich bin jetzt nicht die Person, die euch erzählt, dass Simulatoren der absolut heiße Scheiß sind und ich fange jetzt auch nicht an, euch in Zukunft mit Simulatoren-Reviews zu überhäufen. Landwirtschafts-Simulator ist immer noch wack und ich werde jedes Jahr wieder über den Traktor auf der gamescom lachen. Aber zurück zum eigentlichen Thema: ich habe es damals schon in meiner Review zum ersten Power Wash Simulator erwähnt, dieses Spiel hat eine ganz besondere Magie und auch wenn andere vielleicht sagen, dass das Spiel „krank-langweilige-Scheiße™.org.gov“ ist, hat es auf mich immer eine wahnsinnig meditative Wirkung gehabt und es gibt kaum etwas befriedigenderes als den Zeitraffer am Ende jedes Auftrages, der zeigt wie alles nach und nach sauber wird. Über die Jahre wurde das Grundspiel immer umfangreicher und es wurden sogar Collabs mit bekannten Franchises wie Final Fantasy, Tomb Raider, Wallace & Gromit, Spongebob Schwammkopf oder Zurück in die Zukunft veröffentlicht. Ende des Jahres 2025 wurde dann offiziell der zweite Teil veröffentlicht und als eingefleischter Fan habe ich mir natürlich direkt den Kärcher umgeworfen und sauber gemacht, was es sauber zu machen gab.

Auch im zweiten Teil hat sich am Spielprinzip nicht viel verändert und die Story wirkt auf den ersten Blick ganz harmlos: in Power Wash Simulator 2 seid ihr wieder mit eurem Kärcher unterwegs um die Stadt Muckingham sauber zu machen. So weit, so harmlos, möchte man denken. Drei Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils, habt ihr gemeinsam mit eurem Freund Harper Shaw ein neues Bürogebäude gekauft, um euer Business auf das nächste Level zu heben und stoßt dabei auf immer mehr Geheimnisse und mysteriöse Dinge, die euch bis über die Stadtgrenzen nach Sponge Valley, Power Falls und Lubri City führen. Dabei bekommt ihr es (wieder) mit einem korrupten Bürgermeister, Zeitreisenden und seltsamen Energiestrahlen zu tun, nur um am Ende zu klären, wem die Katze Ulysses nun eigentlich zusteht. Was nach Fiebertraum klingt, ist es meistens auch, außer ihr spielt gerade Power Wash Simulator. Aufmerksam verfolgen müsst ihr die Story aber nicht unbedingt, ihr könnt euch auch einfach ganz entspannt von Auftrag zu Auftrag hangeln, ohne viel zu lesen, dem Spaß tut das keinen Abbruch.

Auf den ersten Blick macht Power Wash Simulator 2 erst mal nichts Neues, sondern bedient sich weiter an den Stärken des ersten Teils. Falls ihr diesen noch nie gespielt oder gesehen habt, eine kurze Einführung ins Spielprinzip: ihr nehmt als Protagonist*in mit eurer Firma Aufträge von Personen an verschiedene Dinge zu reinigen und macht das dann aus der Ego-Perspektive. Jeder Auftrag hat dabei eine Prozentanzeige wie weit ihr schon mit dem Saubermachen seid, ihr könnt zwischendurch auch Pause machen und später zurückkommen und sobald ihr alles an Schmutz entfernt habt, läuft ein kurzer Zeitraffer ab, in dem ihr seht wie alles nach und nach sauber wird. Alleine dieser Zeitraffer am Ende ist jedes Mal schon mehr als genug Belohnung für mich, das ist aber nicht alles, was ihr bekommt. Da ihr mit eurer eigenen Firma vor Ort seid, erhaltet ihr nach jeder Mission eine angemessene Bezahlung und könnt euer Geld wiederum in Upgrades investieren: ihr könnt euch neue Powerwashing-Tools kaufen, diese mit verschiedenen Aufsätzen ausstatten und auch euren Powerwasher kosmetisch anpassen. Verschiedene Aufsätze bringen dabei unterschiedliche Reichweite und Funktionen, die ihr je nach Verschmutzung über eine Schnellauswahl im Spiel passend auswählen könnt. Als erste Änderung ist mir hier im zweiten Teil aufgefallen, dass Seife nun kein Geld mehr kostet, sondern ihr diese nach Lust und Laune benutzen könnt, um euch eure Aufträge leichter zu machen.

Während ihr zu Beginn des Spiels erst mal eher kleinere Objekte vom Schmutz befreit, werden die Aufträge mit der Zeit immer größer und umfangreicher. Ihr startet die erste Mission damit einen normalen Van sauber zu machen, geht aber relativ schnell dazu über ganze Häuser, Parks oder etwa eine Tankstelle sauber zu machen. Diese sind im Leveldesign diesmal sehr viel umfangreicher und bieten sehr viel mehr Kniffe als noch im ersten Teil: Levels können sich teilweise transformieren, es gibt bewegliche Elemente, hinter denen sich wiederum Schmutz verstecken kann und immer wieder hat es das Spiel geschafft, micht mit etwas Neuem zu überraschen. Insgesamt warten im Grundspiel von Power Wash Simulator 2 ganze 38 Missionen auf euch und wenn ihr diese im Solo-Modus spielt, kann das schon mal gut 30 Stunden oder mehr in Anspruch nehmen. Wie schon im Vorgänger könnt ihr aber auch im zweiten Teil wieder mit Freund*innen gemeinsam losziehen um sauber zu machen und das insgesamt zu viert gleichzeitig. Während der Online-Modus auch schon im Vorgänger vorhanden war, gibt es im zweiten Teil diesmal sogar einen Splitscreen-Modus und was gibt es denn schöneres als gemeinsam auf einer Couch zu sitzen und auf einem Fernseher Power Wash Simulator 2 zu spielen?

Neu in eurer Toolbox sind außerdem Hebebühnen und Schaukeln, die ihr an Vorsprüngen befestigen könnt und mit denen ihr leichter an hohe Schmutzflecken kommt. Praktisch und gleichzeitig auch der Accessibility zuträglich ist die Funktion, dass ihr einstellen könnt, in welcher Farbe der übrig gebliebene Schmutz gehighlighted wird. Auf Knopfdruck könnt ihr euch nämlich anzeigen lassen, an welchen Stellen ihr noch sauber machen müsst, was natürlich auf einer gelben Fläche etwas schwierig ist, wenn das ganze in gelb aufblitzt. In eurem Büro, über das ihr die einzelnen Aufträge erreicht, könnt ihr diesmal auch euren Van so gestalten, wie ihr das möchtet und eure Basis einrichten, wie es euch gefällt. Insgesamt sieht der zweite Teil großteils aus wie der Vorgänger, hat aber wenn man genau hinsieht vor allem detailliertere Levels und läuft trotz der zahlreichen Änderungen und Erweiterungen mit stabilen 60 Frames pro Sekunde und ich hatte in meiner ganzen Spielzeit keine Einbrüche, Ruckler oder sonstige Bugs.

„Power Wash Simulator 2 führt im Vergleich zum Vorgänger keine Kehrtwende aus und ziemlich sicher wären auch alle Fans des ersten Teils, inklusive mir, enttäuscht gewesen, wenn es diese gegeben hätte.“

Ich lasse jetzt mal den Kärcher im Dorf: vermutlich werde ich mit dieser Review niemanden plötzlich überzeugen den zweiten Teil des Power Wash Simulators zu spielen, der oder die vom Konzept selbst schon abgeneigt ist. Aber solltet ihr den Game Pass abonniert haben und auf der Suche nach der absoluten Entschleunigung sein, solltet ihr zumindest mal reinspielen. Power Wash Simulator 2 führt im Vergleich zum Vorgänger keine Kehrtwende aus und ziemlich sicher wären auch alle Fans des ersten Teils, inklusive mir, enttäuscht gewesen, wenn es diese gegeben hätte. Die neuen Tools und Anpassungen machen das Spielerlebnis auf jeden Fall noch mal um einiges smoother, der Splitscreen-Coop ist für mich persönlich die schönste Neuerung und das Zen-Gefühl, das sich bei mir einstellt, wenn ich vor mich hinputze, finde ich so in keinem anderen Spiel. Bis ihr euch durch alle Levels gespielt habt, ist vermutlich schon die nächste Erweiterung erschienen und ich freue mich jetzt schon auf absurde Collabs und DLC zum Grundspiel.

4,5 von 5 Wertung für Power Wash Simulator 2 von FuturLab
4,5 von 5 Power Washern.

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