Titelbild zu DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper von Duck Team und Take Aim Games

DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper

Ich bin ja wirklich immer für Minigames zu haben. In Mario Party gibt es wenige Runden, die ich im Spiel der Runde nicht für mich entscheiden kann, außer mein NPC im Gruppen-Spiel liefert gar nicht ab und den Sonderstern für die meisten gewonnenen Minispiele, kann ich eigentlich so gut wie immer für mich entscheiden. In Like A Dragon findet ihr mich ziemlich sicher nicht in der Hauptstory, sondern in der Arcade an der Claw Machine, mit meinem Modellauto auf der Rennstrecke oder auch mal auf Dondoko Island, wo ich mein Insel-Paradies gestalte. Auch in Final Fantasy VII Rebirth war mir Sephiroth die meiste Zeit gar nicht so wichtig, viel wichtiger waren mir die Chocobo Rennen und natürlich der beste in Queen’s Blood zu werden. Ein Spiel, das für mich diesen Minispiel-Wahnsinn auf den Punkt gebracht und gleichzeitig zu seinem Hauptargument gemacht hat, ist die Wario Ware-Reihe. Die kurzen Mikro-Games, die man in schneller Reihenfolge abschließen muss und sich immer wieder schnell auf neue Situationen einstellen muss, haben mir seit dem ersten Teil quasi unendlich Spaß gebracht und auch zu diversen Multiplayer-Abenden ihren Teil beigetragen. Als ich also DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper überflogen habe, dachte ich, es wäre genau das: Wario Ware nur ohne Wario. Also habe ich mal einen Blick riskiert.

Auch wenn ich es vermutlich gar nicht gebraucht hätte: DUCK hat tatsächlich eine Story, auf der das Spiel und damit auch die verschiedenen Mini- bzw- Mikro-Games basieren. Eine Gruppe junger Enten findet eines Tages eine 100-in-1 Cartridge, legen diese in ihre Konsole ein und müssen daraufhin selbst die Spiele bezwingen, um dem Geist der Cartridge zu entkommen, der sie in der Cartridge einsperren will. Die Story ist dabei in mehrere Kapitel unterteilt, wobei jeweils eine der Enten vom Geist an die Konsole gebeten wird, während zwischendurch jeweils Dialoge geführt werden. Am Ende eines jeden Kapitels wartet dabei dann ein spezielles Boss-Minigame, das ihr erledigen müsst, um das nächste Kapitel freizuschalten. Wer Compilations dieser Art kennt, ahnt es vielleicht bereits, aber die Story kann zu 100% vernachlässigt werden und bietet nicht unbedingt viel Substanz, im Grunde ist sie nur Mittel zum Zweck, damit ihr die Minispiele spielen könnt und diese etwas sortiert werden.

Die Minispiele, die ihr in DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper vorgesetzt bekommt, bedienen sich dabei an allerhand Genres, Klassiker und noch vielem mehr und verlangen von euch teilweise mehr, als ich es selbst erwartet hätte. An manchen Spielen saß ich tatsächlich selbst unfassbar lange und zwar nicht, weil ich das Spiel nicht verstanden habe, es mich überfordert hat oder das Spiel zu viel auf einmal von mir wollte, sondern weil die Timings und Inputs teilweise so genau sein müssen, dass ich bezweifle, dass viele Leute daran noch Spaß haben werden. In einem Minispiel, muss man als Flugzeugbomber feindliche Schiffe & Basen treffen, quasi Schiffe versenken, nur, dass euer Cursor erst von links nach rechts über den Bildschirm fliegt und dann von oben nach unten. Euer Job ist es dabei den Cursor sowohl auf der vertikalen als auch horizontalen Achse mit dem richtigen Timing so zu stoppen, dass er auf dem Punkt, auf dem euer Gegner sitzt, zum Stehen kommt. Das Problem ist dabei aber nicht nur, dass der Cursor verdammt schnell ist und euer Input gefühlt Frame Perfect sein muss, sondern vor allem, dass ihr direkt wieder von vorne anfangen müsst, wenn ihr daneben liegt. Und das ist nur eines von vielen Beispielen, die euch das Leben unnötig schwer machen und so nicht viel Spaß, sondern stattdessen Frust aufkommen lassen.

Das wäre aber auch noch leichter zu verschmerzen, wenn das Spiel wenigstens in einem ähnlichen Tempo wie ein Wario Ware oder ähnliche Genre-Vertreter ablaufen würde. Stattdessen werdet ihr immer wieder in diverse Menüs, Erklärungen, Dialoge, Neustart-Screens & Co. verfrachtet, die euch davon abhalten, das eigentliche Spiel bzw. die 100 Spiele, die es gibt, zu spielen. Besonders frustrierend ist das bei den Minigames selbst, die oft mit einer Sequenz enden, wenn ihr das vorgegebene Ziel nicht erreicht, die ihr nie skippen könnt und die teilweise einfach viel zu lange dauert. Manche dieser Sequenzen dauern bis an die 10 Sekunden und gepaart mit dem oft unfairen Schwierigkeitsgrad der Minigames hätte ich gerne viel öfter einfach das Spiel ausgemacht, als weiterzuspielen und habe mich am Ende nur für die Review durchgekämpft. Die Minispiele müsst ihr zudem fast immer in einer bestimmten Zeitspanne erledigen, was an sich ja okay ist, wenn aber manche Animationen des Spiels selbst unnötig lange dauern und euch wertvolle Zeit kosten, ist das wiederum ein Problem, das so nicht hätte sein müssen.

Ein weiteres Problem ist, dass sich DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper versucht komplett auf fremden Lorbeeren auszuruhen bzw. die meisten Minigames einfach kurze Versionen von bekannten Arcade-Games sind oder sich sonst in irgendeiner Form daran bedienen, während sie einfach irgendwo noch Enten einbauen, weil das das Theme des Spiels ist. Ihr spielt also zu 80% einfach eine schlechtere Version von Spielen, die es schon gibt, nur diesmal eben mit Enten. Es gibt etwa einen Mario Bros.-Klon, ihr verteilt in einer Anlehnung an Punchout! Boxhiebe, müsst euch durch einen nervigen Survivors-Klon kämpfen oder boopt Katzen auf die Nase, was im Grunde auch nur ein Klon des Popel-Minispiels (iykyk) aus Wario Ware ist. So richtig viel eigene Ideen stecken tatsächlich nicht in DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper und irgendwie hatte ich auch die ganze Zeit das Gefühl, dass nicht mal das Artwork selbst gemacht ist, sondern man da einfach eine AI nach Hilfe gefragt hat. Immer wieder wird außerdem versucht Memes in die Spiele einzubauen, wodurch das ganze Spiel noch viel mehr danach wirkt, als hätte man einfach von überall ein bisschen abgeschrieben, sich selbst aber nicht wirklich viel dabei gedacht.

„DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper wirkt an jeder Ecke als hätte man versucht von großen Franchises abzuschreiben, dabei alle Knöpfe bei Fans alter Retro-Spiele zu drücken und das ganze dann noch ergänzt mit random Internet Memes, während die Minispiele komplett unfair, undurchdacht und zu großen Teilen auch einfach schlecht sind.“

Ich hätte wirklich gerne mal wieder eine lustige Mini- bzw- Micro-Game-Compilation gespielt, die nicht Wario Ware heißt und die mich kurzfristig unterhalten kann. Leider muss ich darauf noch etwas warten, denn dieses Spiel erfüllt mir den Wunsch nicht, ganz im Gegenteil. DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper wirkt an jeder Ecke als hätte man versucht von großen Franchises abzuschreiben, dabei alle Knöpfe bei Fans alter Retro-Spiele zu drücken und das ganze dann noch ergänzt mit random Internet Memes, während die Minispiele komplett unfair, undurchdacht und zu großen Teilen auch einfach schlecht sind. Irgendwann ist in mir die Hoffnung erloschen, dass es eventuell noch besser wird und es vielleicht nur vereinzelte Minigames waren, die etwas aus der Reihe tanzen und am Ende war ich wahnsinnig froh, als die Credits liefen und ich wusste, dass ich das Spiel nie mehr anmachen muss. Spart euch das Geld also lieber und wartet, bis irgendwann wieder ein neues Wario Ware rauskommt, da könnt ihr definitiv sehr viel mehr Spaß erwarten.

Wertung zu DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper von Duck Team und Take Aim Games
1 von 5 Enten.

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