Titelbild zu Donkey Kong Bananza für Nintendo Switch 2

Donkey Kong Bananza

Der große Banger der Nintendo Switch 2 Ankündigungs-Direct war nicht, wie viele erwartet hatten, ein neues 3D-Mario, aber irgendwie dann auch doch: als „One more thing“ hatte sich Nintendo nämlich entschieden neben Mario Kart World und weiteren Spielen ein neues Donkey Kong-Spiel anzukündigen, das direkt einen Monat nach Release der Konsole erscheinen soll und hinter dem niemand geringeres als das Team steckt, das schon Super Mario Odyssey entwickelt hat. Das Spiel, das eigentlich für die erste Switch erscheinen sollte, hatte aus diversen Gründen relativ schnell die technischen Möglichkeiten der Vorgänger-Konsole ausgereizt und wurde dadurch kurzerhand für die neue Hardware optimiert und darf sich jetzt als quasi-Launchtitel durch Nintendos neue Konsole boxen. Aber nicht nur das Spiel selbst ist neu: wir bekommen auch direkt ein Redesign von Donkey Kong selbst, das viele Fans verwundert, mich aber, als jemanden der das klassische Rare-Design immer etwas uncanny fand, umso mehr gefreut hat. Nach einer kurzen Anspielsession auf der LEVEL UP war ich richtig hyped auf das Spiel und habe mich am Release-Tag freudig auf Bananen-Jagd gemacht.

In Donkey Kong Bananza macht sich unser Protagonist als Goldgräber zum Affen und versucht dabei auf der Ingot-Insel möglichst viel goldene Bananen zu finden. Das geht aber nur solange gut, bis die Void Company, angeführt vom bösen Void Kong, auftaucht, sich diese selbst unter den Nagel reißen will und bei dem recht erfolgreichen Versuch Donkey Kong in einen Wirbelsturm zieht, der ihn tief in die Insel saugt. Dort trifft Donkey Kong relativ bald auf einen kleinen sprechenden Stein, der sich sehr schnell als Pauline herausstellt. Gemeinsam mit ihr versucht er, sich bis zum Planetenkern nach unten zu arbeiten, da sich dort die Banandium-Wurzel befinden soll. Diese soll jeder Person, die sie erreicht, einen Wunsch erfüllen und während Pauline wieder nach Hause kommen möchte, hat der große Affe natürlich nur eines im Sinn: Bananen! Trotz der unterschiedlichen Wünsche machen sich die beiden gemeinsam auf die Reise und boxen sich Schicht für Schicht tiefer in den Planeten, um ihr Ziel zu erreichen.

Die größte Besonderheit an Donkey Kong Bananza ist dabei, dass ihr die verschiedenen Gebiete, von denen es insgesamt 17 Haupt- und 44 Subgebiete gibt, bis auf die Grundpfeiler fast komplett dem Erdboden gleich machen könnt. Das Terrain kann von euch per Knopfdruck, bis auf ein paar Ausnahmen, komplett zerstört werden, indem ihr entweder nach vorne, oben oder unten boxt und so nach und nach einen Tunnel in jede Richtung graben oder einen riesigen Krater hinterlassen könnt. Als zusätzliche Hilfsmittel findet ihr außerdem auch immer wieder Bomben oder reißt ganze Stücke aus der Spielwelt, die ihr dann werfen oder sogar darauf surfen könnt. So findet ihr nicht nur versteckte Schatzkisten, Gold, Banandium-Chips und Fossilien in der Erde, sondern natürlich auch die begehrten Banandium-Juwelen, von denen es insgesamt 1.000 Stück gibt. Damit ihr beim Graben nicht die Orientierung verliert, hat das Team eine extra Kamera-Perspektive ins Spiel eingebaut, die euch hier unterstützen soll und nach einer kurzen Eingewöhnungs-Phase konnte ich diese auch richtig gut bedienen, um nicht den Überblick zu verlieren.

Diese Umgebungszerstörung ist aber nicht nur visuell beeindruckend, sondern hat mich auch technisch echt überrascht. Egal wie viel ich mich durch die Erde gegraben, Explosionen losgetreten oder irgendwie anders meine Umgebung manipuliert habe – die Switch 2 hat das alles wahnsinnig gut gestemmt und die Performance ist für das, was hier geleistet wird, wirklich beachtlich. Was aber natürlich am allerwichtigsten ist: rein vom Spielspaß her ist es unglaublich befriedigend und unterhaltsam sich durch die verschiedenen Levels zu prügeln. Da auch jedes Terrain etwas anders auf eure Schläge reagiert und Nintendo einem hier die absolute Spielwiese bietet, habe ich öfter als ich vorab dachte einfach meine aktuelle Hauptmission komplett ignoriert und mich einfach mal drauf los gebuddelt. Vor allem, als ich dann die entsprechenden Bananzas freigeschaltet hatte, gab es kein Halten mehr und ich glaube ich hatte seit der Ultra-Hand in The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom nicht mehr so viel Spaß mit einer Spielmechanik, die gleichzeitig technisch so einen Eindruck hinterlassen hat.

Aber kurz einen Schritt zurück: was sind denn eigentlich Bananzas? In verschiedenen Abschnitten finden Donkey Kong und Pauline in der Welt die Ältesten, denen sie jeweils eine zerbrochene Schallplatte zurückbringen müssen. Habt ihr das geschafft, kann sich Donkey Kong in verschieden Tiere verwandeln, die alle mit ihren eigenen Kräften auftrumpfen können: während der Gorilla relativ simpel das macht, was Donkey Kong auch schon kann, nur eben dann in sehr viel stärker, kann das Zebra schnell über zerbröckelnde Pfade laufen, der Strauß kann durch die Luft gleiten, der Elefant kann mit seinem Rüssel das Gelände um euch herum einfach einsaugen und die Schlange kann mit ihrem Körper eine Sprungfeder formen und hoch in die Luft springen. Diese Fähigkeiten müsst ihr in den verschiedenen Ebenen geschickt einsetzen, um einerseits in der Story voran zu kommen, aber auch, um alle versteckten Banandium-Juwelen zu finden und die Herausforderungen zu schaffen, die auf euch warten.

Mit Paulines Gesang und Donkey Kongs Pfeifen könnt ihr nämlich nicht nur per Knopfdruck checken, wohin ihr als nächstes gehen müsst, sondern könnt auch die Absperrungen der Void Company zerstören und optionale Challenges freischalten. In diesen von der Spielwelt abgesonderten Bereichen gibt es jeweils eine bestimmte Anzahl Banandium-Juwelen zu erspielen, indem ihr entweder eine bestimmte Anzahl Gegner innerhalb eines Zeitlimits besiegt, Gebäude möglichst schnell zerstören müsst, kleine Steinchen durch Manipulation der Umgebung in einen Behälter lotst oder auch einfach durch ein kleines Bonus-Level hüpft und schlägt, in dem die Banandium-Juwelen versteckt sind. Hier verbergen sich auch teilweise kurze 2D-Passagen im Spiel und die Challenges machen das sowieso schon großartige Spiel nur noch besser und abwechslungsreicher. Habt ihr die Story des Spiels abgeschlossen, warten außerdem noch besonders harte Herausforderungen auf euch, die ihr erst freischalten könnt, wenn ihr insgesamt genug Banandium-Juwelen gesammelt habt und die haben auch mir einiges abverlangt.

Das Spiel bietet aber nicht nur einen Haufen an Terraforming und Challenges, sondern euch als Spieler*innen auch die Möglichkeit Donkey Kong und Pauline ganz nach euren Wünschen anzupassen. In jeder neuen Schicht, die ihr euch nach unten in Richtung Erdkern grabt, findet ihr Shops der ansässigen Bewohner*innen, in denen ihr Kleidung und Accessoires für die beiden kaufen könnt. Diese sind dann nicht nur optisch unterschiedlich, sondern können teilweise sogar mit verschiedenen Boni punkten. So färbt ihr etwa das Fell von Donkey Kong in einem rosa-blauen Verlauf, könnt seine ikonische DK-Krawatte durch ein Halstuch tauschen, das euch mehr Bananza-Energie gibt, während ihr euch durchs Terrain grabt und lasst ihn dazu noch eine neongrüne Hose tragen. Pauline könnt ihr zum Beispiel in ein Cowgirl-Kostüm stecken, das eure Kong-Bananza länger anhalten lässt, ihr einen Regenmantel anziehen, der die Elefant-Bananza verbessert oder per Amiibo, der gleichzeitig zum Spiel erschienen ist, ihr ikonisches rotes Kleid samt Hut aus Super Mario Odyssey freischalten.

Zusätzlich zu diesen kosmetischen und passiven Verbesserungen durch die Wahl eurer Ausrüstung, habt ihr außerdem die Möglichkeit mit dem gesammelten Gold verschiedene Items zu kaufen, die euch im Spielverlauf weiterhelfen. Ballons lassen euch beim Fall in die Tiefe wieder nach oben schweben und Apfelsaft füllt in Notsituationen eure Gesundheit wieder auf. Mit Banandium-Chips könnt ihr außerdem bei bestimmten Händler*innen auch Banandium-Juwelen ergattern. Diese schalten wiederum nach jeweils 5 gesammelten Juewelen auch immer Skillpunkte frei, die ihr entweder in allgemeine Fähigkeiten von Donkey Kong oder bestimmte Bananza-Moves investieren könnt. Je fortgeschrittener der Skill, desto mehr Skillpunkte müsst ihr dafür natürlich auch ausgeben. Um den gesamten Skill-Tree freizuschalten, benötigt ihr dabei tatsächlich alle 1.000 Banandium-Juwelen im Spiel, aber auch wenn ihr nicht alle davon habt, könnt ihr eure Fähigkeiten erheblich verbessern, je nachdem welche Skills und Bananza-Transformationen ihr am häufigsten nutzt.

Dass Donkey Kong Bananza technisch eine wirkliche Meisterleistung ist, muss an dieser Stelle nicht noch einmal extra erwähnt werden. Was aber definitiv noch Erwähnung finden soll, ist wie wunderschön abwechslungsreich die verschiedenen Gebiete im Spiel sind. Je weiter man sich zum Planetenkern vorarbeitet, desto absurder werden diese und desto mehr Ideen hat Nintendo ins Spiel eingebaut. Keiner der Abschnitte gleicht dabei dem vorherigen und was das Team hier teilweise nicht nur optisch, sondern auch von den Funktionen her mit verschiedenen Terrains und Substanzen abliefert, sucht wirklich seinesgleichen. Ich hätte mich mit Freude noch sehr viel länger durch die verschiedenen Layer graben können und konnte kaum genug vom Spiel kriegen. Gleichzeitig ist der Soundtrack wieder gewohnt fantastisch, kommt mit neuen Songs, aber auch älteren Klassikern und selbst bei über 500 eingesammelten Banandium-Juwelen wurde der „Oh! Banana!“-Sound für mich nie langweilig oder ging mir auf die Nerven.

„Donkey Kong Bananza zeigt mit einer fast schon frechen Leichtigkeit, was in Nintendos neuester Konsole steckt und warum es sich definitiv lohnt vom Vorgänger ausgehend upzugraden.“

Es ist fast schon absurd, dass Nintendo diesen Titel nicht direkt zum Launch der Switch 2 veröffentlicht hat, andererseits hatte so Mario Kart World genug Bühne um zu glänzen, bevor Donkey Kong kommt und erst mal alles kurz und klein boxt. Nicht nur technisch ist das Spiel wirklich herausragend: Donkey Kong Bananza zeigt mit einer fast schon frechen Leichtigkeit, was in Nintendos neuester Konsole steckt und warum es sich definitiv lohnt vom Vorgänger ausgehend upzugraden. Die verschiedenen Gebiete strotzen vor Abwechslungsreichtum, die Bananza-Verwandlungen bringen noch mehr Chaos ins Spiel und das Platformer-Movement macht unfassbar viel Spaß. Der wahre Star des Spiels ist aber natürlich das Manipulieren der Umgebung: es ist ein wahnsinnig befriedigendes und fast schon meditatives Gefühl sich durch die unterschiedlichen Ebenen zu graben, zu sprengen und zu prügeln und gleichzeitig sieht Bananza fantastisch aus, erzählt eine cute Geschichte und ist für mich vermutlich der beste Donkey Kong-Titel, den es gibt. Und das nicht nur, weil ich endlich mit dem Stil von Donkey Kong als Charakter happy bin, das ist nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen des großen Banana-Split, den Nintendo hier für Spieler*innen vorbereitet hat.

5 von 5 Wertung für Donkey Kong Bananza für Nintendo Switch 2
5 von 5 Banandium-Juwelen.

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